Kultur in der Kirche

9. Dezember 2012
von schwanfelder
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Die Kultursuppe vom 9.12.2012: Pikante Austernpilzsuppe

 

Beschrieben ist diese Suppe als Appetitanreger. Gut möglich, dass jemand nach der Kultursuppe noch zum Kulturteller greift. Ich will mich aber an dieser Stelle ausschließlich auf die Kultursuppe konzentrieren.

 

   

 

Ich beginne mit der Vorbereitung. Mittelpunkt ist der Austernpilz. Eigentlich heißt er Austern-Seitling. Was das ist? Ich schaue in Wikipedia nach: „Der Furchtkörper des Austern Seitlings erscheint meist in dichten Büscheln am Substrat und hat zunächst einen zungen- bis spatelförmigen, später einen muschel- bis halbkreisförmigen Habitus. Der Stiel ist 1–4 cm lang, 1–3 cm breit und sitzt meist seitlich am Hut an. Er kann auch nur rudimentär ausgebildet sein. Die Oberfläche ist fein filzig, am Grund auch striegelig-zottig strukturiert. Der Hut kann einen Durchmesser von 5–15 cm erreichen. Die Huthaut ist glatt, kahl und glänzend, manchmal faserig und trocken. Die Lamellen an der Unterseite sind weißlich, stehen gedrängt und laufen deutlich am Stiel herab, wobei sie sich maschenartig verästeln.“ Jetzt weiß ich wenigstens, was ich da verarbeite. Ich ziehe also meinen Hut vor dem Seitling.

Interessant ist vielleicht, dass der Austernseitling ein Schwächeparasit ist, der hauptsächlich an Laubhölzern, seltener an Nadelholz wächst. In Deutschland wählt er vorwiegend die Rot-Buche als Substrat. Der Pilz besiedelt in der Regel das Stammholz und dickere Äste – an stehenden Bäumen können die Fruchtkörper in mehreren Metern Höhe erscheinen.

Da bei uns im Garten keine Rot-Buchen wachsen, mussten wir den Parasiten einkaufen. Aber gut zu wissen, was man da verarbeitet.

   

 

Vor mir liegen also nun diese Parasiten, die ich von den harten Teilen befreie, wasche, in schmale Streifen schneide und sie beiseite stelle. Ich widme mich zunächst den Zwiebeln, auch Schalotten genannt, zu. Ehe ich die Zwiebel schneide, zähle ich meine Finger durch. Könnte sein, dass ich nach der Schneidorgie auf einen verzichten muss. Von Kultursuppe zu Kultursuppe werde ich besser im Zwiebelschneiden. Ich beginne nun mit dem Blindtraining. Das ist gut, weil sich so die Tränen vermeiden lassen. Hinterher aber bitte nachzählen. Passt, die zehn Finger sind noch vollständig.

Ich schneide noch Knoblauch, Peperoni, Koriander und parke alles in Schälchen und Töpfchen.

Dann kommt der geräucherte Schinken an die Reihe. Er muss in feine, das heißt kleinste Würfel geschnitten werden. Ergebnis: Die Finger sind immer noch dran.

 

   

 

Was muss unsere sechsköpfige Musterfamilie einkaufen?

5 Schalotten (wie gesagt, das sind auch Zwiebel)

50 g Butter oder Margarine

500 g Austernpilze

Eine frische Chilischote (geschnitten)

Eine Knoblauchzehe (gehackt)

150 g Creme fraiche

Ein Liter Gemüsebrühe

Salz, weißer Pfeffer (aus der Mühle), Cayennepfeffer

Ein TL Essig

Ein halber Bund Koriander

3 EL Sesamsaat

100 g geräucherter Schinken

 

Wie bereitet die sechsköpfige Musterfamilie die Kultursuppe zu?

Zunächst die Schalotten schälen und in feine Würfel schneiden, die Butter erhitzen und die Schalotten, die Knoblauchzehe und die Chilischotte in einen Topf geben und darin dünsten.

Die Austerpilze putzen, waschen, in Scheiben schneiden und zu den Schalotten zugeben, kräftig anbraten. Aber nun Achtung: ein Drittel wieder herausnehmen und parken.

Nun füllt man den Topf mit der Brühe, Creme fraiche auf und würzt mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer. (Geben Sie ruhig großzügig dazu. Man soll die Kultur ja auch schmecken.) Dann bringt man das Ganze zum Kochen. Garen. Pürieren. Nochmals aufkochen. Mit Essig abschmecken.

In der Zwischenzeit hat man den Koriander gewaschen, trocken geschwenkt und klein geschnitten. Ihn gibt man zusammen mit den geparkten Pilzstreifen und dem fein geschnittenen Schinken in die Suppe.Die Sesamsaat wird in einer fettlosen Pfanne geröstet und die Suppe damit fein bestreut.

 

Ich bin nur das Hilfspersonal. Meine Frau ist die Kreativchefin. Meinungsverschiedenheiten haben wir ausschließlich bei der Würzung. Aber das ist ja fast eine philosophische Frage: Wieviel Pepperonischärfe verträgt die Kultur? Hauen Sie die roten Genussstückchen einfach noch rein in die Suppe. Kultur komm’s.

14. Oktober 2012
von schwanfelder
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Nachlese: JuNo – Vom Ursprung der Klassik

 

Kein Wunder, der Name sagt’s ja schon: JuNo leitet sich ab von Jurij Kravets und Norbert Nagel. Sie sind das Ensemble JuNo. Pate stand die Absicht, klassische Musik außerhalb von Gattungsgrenzen und Konventionen kompromisslos und direkt erfahrbar zu machen. Am Freitag, den 12.10.2012 konnten wir dies erleben. Die beiden präsentierten uns ein ganz „anderes“ Bild von Klassik. Das war durchaus unverschnörkelte klassische Musik, aber gleichzeitig auch verbunden mit folkloristischen Elementen. Die beiden Musiker sind gut aufeinander eingespielt und bieten daher ein spannendes musikalisches Wechselspiel, das genau aufeinander abgestimmt ist. Jeder atmet sozusagen seine Musik mit dem anderen.

Ihre  Musik kommt von den Ursprüngen der Klassik in den verschiedenen Volkskulturen Europas und verbindet sich mit volksmusikalischen Musizierweisen und klassischen Partiturinterpretationen. Heraus kommt eine Synthese zwischen den Stärken der Weltmusik im Sinne von Live-Interpretation und einer spontanen Improvisation ohne jedoch die hohen Ansprüchen der Klassik zu vernachlässigen. Intonation, Timing und Werktreue werden nicht verletzt. Der Anspruch der beiden Musiker ist, daraus etwas Neues entstehen zu lassen.

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14. Oktober 2012
von schwanfelder
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Veranstaltung: HELEN JORDAN´S Gospel-Blues-Projekt: „From Stars and Angels“ – weihnachtlicher GospelBluesFolk

 

Am Sonntag, den 9.12.2012 um 17.00 Uhr

 

 

Es könnte geschehen, dass die Songs für ein Weihnachtskonzert  etwas unerwartet sind. Aber Helen Jordan wird mit ihrem prächtigen Alt überzeugen. Sie singt Elvis genauso überzeugend wie Zarah Leander und kann den Vergleich mit den Originalen locker aufnehmen. Aber sie „kann“ auch die alten Gesänge aus dem vorigen Jahrhundert.

Zu hören gibt es erdige Sacro-Blues-Rhythmen & spirituellen Gospel-Folk und eigene Songs mit Hitcharakter. U.a. Songs von Evis („Crying in the Chapel“, „I believe“), Mahalia Jackson, Odetta, John Denver („Perhaps love“), auch altes englisches Liedgut wie „What child is this“, … und eigene Songs mit Ohrwurmcharakter. Auch weniger Bekanntes wie „angelitos negros“ von Antonio Machín und Gospel wie „Would´nt it a pitty“ erwartet die Zuhörer.

Ein Hörgenuss abseits ausgetretener Musikpfade mit einer bunten Mischung aus mitreißenden, nachdenklichen und berührenden Sacro- Folk und Gospelsongs. DIe Presse schrieb anlässlich der Premiere im Fürther Kulturforum, dass Helen  Jordan in ihrem überraschend anderen weihnachtlichen Programm mit ihrem prächtigen Alt glänzen konnte.  Ihr tiefes Timbre sorgt bei der Elvis-Fassung von „I Believe“ für einen echten Gänsehautfaktor.  Keine Tonlage scheint zu tief, als dass die Jordan sie nicht erreichen könnte. Und schließt man bei Zarah Lenaders selten gehörtem „Einmal wird Frieden sein“ die Augen und gibt sich der sonoren, samtenen Stimme hin, könnte man tatsächlich glauben, die Diva höchstpersönlich zu hören.

Begleitet wird Helen Jordan dabei von Profis aus der Region. Die Gospel-Blues-Band besteht aus: Peter Knott (Akustik- und E-Gitarre, backingvocals), Stefan „Kugie“ Kugler( Bass, b-voc), Peter Horcher (Akkordeon), Anselm Gayler (Drums, b-voc)
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14. Oktober 2012
von schwanfelder
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Der Kulturteller am 12.10.2012: Vom Ursprung der Produkte zur klassischen Eleganz

 

 

 

 

Der Kulturteller ist jahreszeitlich angepasst. Es kommt
überwiegend das auf den Teller, was gerade wächst. Aus vielen Einzelleckereien
ergibt sich die kulinarische Eleganz des gesamten Teller-Arrangements.
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12. Oktober 2012
von schwanfelder
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Die Kultursuppe vom 12.10.2012: Ursprünglich ganz klassisch (eine Rindfleisch-Red-Curry-Suppe)

 

 

   

 

Zwiebel, Paprika, Peperoni, Ingwer, Knoblauch, Zuckererbsen und noch so manches mehr liegen  säuberlich vor mir aufgeschichtet und warten der Bearbeitung. Es sollen daraus zwei große Töpfe Kultursuppe entstehen, die für 80 Gäste ausgelegt sind, die heute Abend alle zum Konzert von JuNo (Vom Ursprung zur Klassik) die Kultursuppe (Ursprünglich ganz klassisch) genießen wollen.

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12. August 2012
von schwanfelder
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Nachlese: Time Bandits Big Band

Ahora Si! Los Bandidos de la Salsa

Wir fiebern jedes Jahr unserer Veranstaltung „Kultur unter Sternen“ entgegen. Unser Wettermanager befragt mehrmals täglich die Wetterstationen im Internet. Jeder von uns schaut bangen Blickes zum Himmel. Mit der Zeit stellt sich ein gewisser Fatalismus ein. Gegen das Wetter kann man eben nicht ankommen. Warum leben wir in der Zone von Wetter-Wechsel-Zuständen? Am Donnerstag trifft schließlich unser Wettermanager die Entscheidung. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt über 40%, die Abendtemperatur soll unter 10 Grad liegen.
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3. August 2012
von schwanfelder
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Veranstaltung: Ensemble JuNo – Vom Ursprung der Klassik

Am 12.10.2012, um 20.00 Uhr

 

 

Norbert Nagel hat das Ensemble JuNo zusammen mit Jurij Kravets gegründet mit der Absicht, klassische Musik außerhalb von Gattungsgrenzen und Konventionen kompromisslos und direkt erfahrbar zu machen. Daraus ergibt sich ein „anderes“ Bild von Klassik. Ihre Musik orientiert sich an einer unverschnörkelten klassischen Musik ohne alle elitären Elemente. Aber sie verbindet auch die Klassik mit folkloristischen Elementen. Dabei erschaffen die Musiker ein spannendes musikalisches Wechselspiel mit den verschiedensten Einflüssen. Die Musiker nehmen ihr Publikum mit auf ihrem Weg zu den Ursprüngen der Klassik in den verschiedenen Volkskulturen Europas und der Welt.
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3. August 2012
von schwanfelder
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Künstlerbericht: Helen Jordan – zwischen bitter und süß

Helen Jordan können Sie bei uns am 9.12.2012 erleben.

 

 

 

Biografie:

Bühnenpräsenz:
Meistersingerhalle Nürnberg (mit dem Theater „Die Bühne“), Theatersommer Fränkische Schweiz, Katharinen Ruine Nürnberg, Theater im Fraunhofer München, Dehnberger Hoftheater, Theater im Altstadthof, Burgtheater,  Tafelhalle, Kulturzirkus beim Stadtjubiläum Herzogenaurach, Kleine Komödie Nürnberg, Fifty Fifty Erlangen, Mühlentheater Erlangen, Tassilo Theater Nürnberg,
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3. August 2012
von schwanfelder
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Künstlerbericht: Eine der Lieblingsbands der Franken: OPA’S JAZZBAND

OPA’S JAZZBAND können Sie erleben am 20.7.2013

 

 

Raimund Hemmeter: Trompete; Konrad Grasser: Posaune; Michael Sauer: Klarinette, Saxophon; Volker Hofmann: Piano; Fritz Degel: Banjo; Heinrich Filsner: Kontrabass; Uli Thielmann: Schlagzeug.
Opa’s Jazzband, inzwischen liebgewordenes Inventar vieler Jazzfestivals, ist eine der traditionellen Bands, die sich an die schwarzen und weißen Vorbilder der 20er und 30er Jahre hält.
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2. August 2012
von schwanfelder
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Künstlerbericht: Thomas Fink

Thomas Fink können Sie erleben am 8.3.2013

Thomas Fink (Pianist, Bandleader, Arrangeur und Komponist)

 

 

 

Alter:77, aus dem Herzogenauracher Stadtteil Niederndorf, Pianist, Musiklehrer a. D.. Seit einem halben Jahrhundert Jazzmusiker, Vorbild: Bill Evans. Langjähriger
„Hauspianist“ des Studios Nürnberg des BR, laut Walter Schätzlein einer der swingendsten Pianisten Deutschlands. Gefragter Begleiter von Sängerinnen, wie Alice Day oder Zusammenarbeit mit so ziemlich allen Mainstream-Musikern der Szene. Erster Kulturpreisträger seiner Heimatstadt. Schon mit acht Jahren erhielt er den ersten Klavierunterricht. Darauf folgte weiter  Ausbildungsabschnitte in Harmonielehre, Kontrapunkt und Musikerziehung. Musikmachen war zu dieser Zeit noch eine schöne Nebensache.
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